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Nein zur Beton-Orgie

in der Wyhlener Mitte


Ein toller Leserbrief von Willi Halfter (16. April 26)

Die Diskussion um die neue Mitte Wyhlen nimmt wieder Fahrt auf. Aus gutem Grund. Erstens: der Investor hat zurückgezogen, das gibt uns Luft, nochmal über das Projekt nachzudenken. Zweitens: der sich entwickelnde Monsterbau in der Mitte Grenzach zwingt uns, den bisherigen Plan der Mitte Wyhlen in Frage zu stellen. Denn, was gerade in Grenzachs Mitte entsteht, ist leider nicht der Baum-Hain, wie er uns auf den Plänen der Architekten vorgeflunkert wurde. Drittens: es gibt keinen Grund für Eile. Was sich sicher lohnt, ist erst mal abzuwarten, wie die Mitte Grenzach sich entwickelt und ob diese auch angenommen wird wie geplant! Zum Beispiel der gewünschte Ansturm Schweizer Geldbörsen!

Frage: wollen wir in Wyhlen dieselbe Beton-Orgie wie in der Mitte Grenzachs? Auch in Wyhlen ist ein monströser Bau mit Tiefgarage geplant, und nicht etwa ein dörfliches Ambiente wie behauptet. Und wollen wir unbedingt noch mehr unerschwingliche Wohn-Kästen in sagenhafter Verdichtung? Siehe auch das schreckliche Kapellenbach-Ost. Ich sage Nein! Aktuell gibt es 70 Häuser in der Gemeinde zu verkaufen, Häuser, die sich nur die wenigsten leisten können.

Auf meine Ansprache zahlreicher Mitbürger zeigt sich: alle wollen in Wyhlen eine Wiese mit einem guten Cafe/Eisdiele (keine Kette wie Backwerk), wo man sich hinsetzt, dahockt und plaudert. Und es braucht nur ein bescheidenes Gebäude. Ohne Tiefgarage!! Holzen, eine Gemeinde im Kander-Tal, hat in Eigenregie mittels einer Genossenschaft sich eine gemütliche Mitte gegönnt. Warum nicht was ähnliches in Wyhlen???

Ich finde, ein Nachdenken über die Mitte Wyhlens ist mehr als gerechtfertigt. Eile ist das letzte, was wir in Zeiten des knappen Geldes brauchen.

Unterschriftensammlung

Am 14. April haben wir die Gemeinde und die Gemeinderatsfraktionen benachrichtigt:

Grüne Mitte Wyhlen

Andere Städte und Gemeinden träumen von einer Grünen Mitte
Wir müssen unsere nur bewahren!

In der Neuen Mitte Wyhlen soll die bestehende Obstwiese mit dem gesamten Baumbestand einem großen Neubau weichen. Obwohl bei der Planungswerkstatt 2016 der „Erhalt eines Mini­mums an Grünflächen und großen, alten Bäumen“ gefordert wurde,
bleibt bei der jetzigen Planung kein einziger Baum stehen.

Der Klimawandel ist längst Realität ­ wir wollen das Projekt daher grundlegend überdenken

Große ausgewachsene Bäume und Grünflächen sind die wahren „Alleskönner“
unserer Grünen Mitte Wyhlen :

  • natürliche Klimaanlagen die Schatten spenden, die Luft kühlen und filtern
  • Versickerungsfläche und Wasserspeicher
  • Ein Ort der Begegnung, Erholung und Naturerfahrung; sie reduzieren Stress und machen un­sere „Neue Mitte“ lebenswerter
  • wertvoller Lebensraum für Menschen, Vögel, Insekten und Kleintiere

Zudem ist der Obstgarten mit dem zugehörigen Bauernhof als architektonische Einheit prä­gend für das Ortsbild und die Identität unserer Gemeinde seit der Antike. Seit zweitausend Jahren wird er durchgehend als Kulturlandschaft bewirtschaftet.
Wir setzen uns dafür ein, dass die bestehende Obstwiese erhalten bleibt und schlagen vor, auf der freien nördlichen Fläche einen Begegnungsort (z.B. Café) in naturverträgli­cher Bauweise zu errichten.

Um dieses Thema öffentlich zu diskutieren, soll eine Einwohnerversammlung nach § 20a GemO BW durchgeführt werden.

Nussbaum

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen hat bei PFEFFERER BAUMKULTUR GMBH wegen dem alten Nussbaum in der geplanten Neuen Mitte Wyhlen angefragt und im August 2021 folgende Stellungnahme erhalten: