Eine Einwohnerversammlung ermöglicht einen wechselseitigen Informationsfluss zwischen der Gemeindeverwaltung und den Einwohnern. Sie ist ein vermittelndes Angebot, denn die Einwohner und Einwohnerinnen erhalten eine direkte Gesprächsmöglichkeit und eine Beschränkung auf eine reine Informationsversammlung entfällt. Damit ist die Einwohnerversammlung das erste gesetzlich normierte Mitwirkungsinstrument. Es ist ein geeignetes Instrument um Kritik zu üben und Vorschläge und Anregungen vorzubringen.
Gemeinderat und Verwaltung sollten sich während und nach der Versammlung bemühen, auf die Anregungen und Kritiken einzugehen und sich mit den Denkanstößen der Bürger auseinandersetzen.
Gemeindeordnung für Baden-Württemberg § 20a:
(1) Wichtige Gemeindeangelegenheiten sollen mit den Einwohnern erörtert werden. Zu diesem Zweck soll der Gemeinderat in der Regel einmal im Jahr, im Übrigen nach Bedarf eine Einwohnerversammlung anberaumen. …
(2) Der Gemeinderat hat eine Einwohnerversammlung anzuberaumen, wenn dies von der Einwohnerschaft beantragt wird. …
Am 14. April haben wir die Gemeinde und die Gemeinderatsfraktionen benachrichtigt:
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte,
gern informieren wir Sie darüber, dass wir in den kommenden Wochen eine Unterschriftensammlung zu dem geplanten Bauprojekt auf der Obstwiese in der Wyhlener Mitte durchführen werden. Ziel der Aktion ist es, ein möglichst breites Meinungsbild zu diesem Vorhaben zu ermitteln.
Auch möchten wir mit dieser Unterschriftensammlung das Quorum für eine Einwohnerversammlung nach § 20 a GemO BW erreichen. Teilen Sie uns bitte mit, wieviele Unterschriften wir dafür benötigen.
In diesem Zusammenhang bitten wir um eine diesbezügliche Bekanntmachung im Gemeindeblatt, damit interessierte Bürgerinnen und Bürger darüber informiert werden.
Die Ergebnisse der Unterschriftensammlung werden wir Ihnen anschließend zur Kenntnis geben.
Andere Städte und Gemeinden träumen von einer Grünen Mitte Wir müssen unsere nur bewahren!
In der Neuen Mitte Wyhlen soll die bestehende Obstwiese mit dem gesamten Baumbestand einem großen Neubau weichen. Obwohl bei der Planungswerkstatt 2016 der „Erhalt eines Minimums an Grünflächen und großen, alten Bäumen“ gefordert wurde, bleibt bei der jetzigen Planung kein einziger Baum stehen.
Der Klimawandel ist längst Realität wir wollen das Projekt daher grundlegend überdenken
Große ausgewachsene Bäume und Grünflächen sind die wahren „Alleskönner“ unserer Grünen Mitte Wyhlen :
natürliche Klimaanlagen die Schatten spenden, die Luft kühlen und filtern
Versickerungsfläche und Wasserspeicher
Ein Ort der Begegnung, Erholung und Naturerfahrung; sie reduzieren Stress und machen unsere „Neue Mitte“ lebenswerter
wertvoller Lebensraum für Menschen, Vögel, Insekten und Kleintiere
Zudem ist der Obstgarten mit dem zugehörigen Bauernhof als architektonische Einheit prägend für das Ortsbild und die Identität unserer Gemeinde seit der Antike. Seit zweitausend Jahren wird er durchgehend als Kulturlandschaft bewirtschaftet. Wir setzen uns dafür ein, dass die bestehende Obstwiese erhalten bleibt und schlagen vor, auf der freien nördlichen Fläche einen Begegnungsort (z.B. Café) in naturverträglicher Bauweise zu errichten.
Um dieses Thema öffentlich zu diskutieren, soll eine Einwohnerversammlung nach § 20a GemO BW durchgeführt werden.
Analysekarten helfen uns dabei, zu verstehen, wie sich das Ortsklima in den nächsten Jahren entwickeln könnte. Kanton Basel Stadt hat auf „MapBS“ eine Kartenebene zum Thema „Atmosphäre, Luft, Klima“. Die Klimaanalysekarte zeigt Flurstückgenau das Klima von 2019 und die Prognose für 2030. Die Karte zeigt auch Grenzach-Wyhlen auf der Basis des Bestands von 2019.
Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen hat bei PFEFFERER BAUMKULTUR GMBH wegen dem alten Nussbaum in der geplanten Neuen Mitte Wyhlen angefragt und im August 2021 folgende Stellungnahme erhalten:
Stellungnahme in Stichpunkten zum Nussbaum gemäß Besichtigung: ⏺Der Nussbaum ist als völlig gesund einzuschätzen. Das Kronengerüst ist statisch stabil. Der Baum zeigt keinerlei Schadsymptome. Der Befall der grünen Fruchtschalen mit der „Amerikanischen Walnussfruchtfliege“ kann in diesem Zusammenhang vernachlässigt werden. ⏺Die Gesundheit des Baumes beruht entscheidend auf dem Umstand, dass er sich sein ganzes Leben lang ungehindert mit seinem Wurzelwerk auf dem Standort etablieren konnte und bisher keinerlei Auf-/Abgrabungen im Traufbereich der Krone stattgefunden haben. ⏺ Ziel der Planung der neuen Ortsmitte sollte sein, den Nussbaum in seiner gesamten Kronentraufe – einschließlich des weit ausladenden Seitenasts auf der Westseite – von Eingriffen im Wurzelraum frei zu halten. Dabei sollte auch bedacht werden, dass es zu keinerlei Überfüllungen im Traufbereich kommen darf und der Wiesencharakter so erhalte werden kann. ⏺Nach meiner Einschätzung wäre es die besondere Wuchsform des Nussbaums wert, als „Charakterbaum“ in der neuen Ortsmitte erhalten zu werden, allerdings zu den Konditionen, die das gesunde Baumleben vorgeben wird und die dann noch im Detail definiert werden müssen, auch zusammen mit Spezialisten für den Boden
Müllheim, 12. Aug. 2021 Ulrich Pfefferer PFEFFERER BAUMKULTUR GMB
Der Gemeinderat fordert Trinkwasserbrunnen für die Neuen Mitten in Grenzach und Wyhlen, denn: Trinkwasserbrunnen seien ein sichtbares Zeichen für eine nachhaltige und klimafreundliche Dorfentwicklung wie die Freien Wähler sagen. Die Grünen wollen außerdem Nebelduschen, die zur Abkühlung aufgestellt werden.
Trinkwasserbrunnen und Nebelduschen sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Nachhaltig ist anders. Hier wird der Brand bekämpft aber nicht die Ursache des Brandes. Die Anzahl der Hitzephasen nimmt jedes Jahr zu und es purzeln erschreckend schnell die lokalen Hitzerekorde. Tausende Menschen sterben deutschlandweit wegen jeder Hitzeperiode und die Antwort ist Nebelduschen, die als Klimaresilienz-Maßnahme dargestellt werden um vulnerable Bevölkerungsgruppen zu schützen. Große Bäume werden gefällt, es gibt kaum Schatten mehr, aber keine Bange, wir haben eine Lösung: Nebelduschen! Ein minimaler Effekt bei maximalem Aufwand. Anschaffung, Betrieb, Wartung und Wasserverbrauch – welche Kosten kommen da auf uns zu? Dazu kommt die Sorge um (Trink)Wasser. Trockenheit und zu heftige Niederschläge haben Grundwasserdürre bewirkt. Wir müssen Wasser sparen. Endlich Umdenken und dabei sogar noch Geld sparen. Nebelduschen sind nicht so effizient wie große Bäume, die täglich locker 300 Liter Regenwasser verdampfen Schatten spenden und ganz nebenbei die Luft reinigen. Die vorhandenen Bäume in der Wyhlener Mitte müssen nicht gegossen werden. Die Messung im Juli 2024 zeigte, dass unter den Bäumen 29 Grad Luft- und 21 Grad Bodentemperatur herrschten bei 32 Grad Umgebungstemperatur. Nur 60 Meter weiter am „roten Platz“ dagegen 35 Grad und eine Bodentemperatur von 45 Grad. Dazu speichern diese Bäume mit ihrem Wurzelraum Wasser bei Starkregen und sind auch noch Lebensraum vieler Tiere wie dem streng geschützten Hirschkäfer. Der neue Dorfplatz soll begrünt werden. Frisch angepflanzte Bäume wachsen erschwert an, müssen wegen Hitze mehr als früher gegossen werden und haben erst nach Jahrzehnten eine Größe, die den gewünschten Schatten spendet. Über der geplanten Tiefgarage fehlt zudem der Platz, den Bäume brauchen, um eine große, schattenspendende Krone auszubilden. Dieses Problem werden wir in den Neuen Mitten haben. Nebelduschen und Trinkwasserbrunnen erschaffen nicht das Mikroklima, das in der Wyhlener Mitte jetzt noch vorhanden ist und endgültig verschwunden, wenn die Bäume gefällt werden und in die Neue Mitte ein riesiges Haus und ein Dorfplatz gebaut werden. In der heißen Zeit wird das ein leerer Platz sein. Bäume weg und die Bürger mit Nebelduschen ablenken. Vernebelungstaktik. Es gibt keine Alternative zu bereits vorhandenen, großen Bäumen.
„Nachbarschafts-Treff auf der Obstmatte“ Am Freitag genossen wir den kühlen Abend unter dem Schatten der Apfelbäume. Ein idealer Treff für einen Nachbarschaftsplausch an einem schönen Sommerabend. In der Dämmerung ging es dann los: der Hochzeitsflug der Hirschkäfer. Das Filmen war schwer – aber alle hatten Spaß dabei. Und nicht nur Kater Fritz streifte durch die Wiese, auch 2 Igel tauchten auf und die Fledermäuse flogen ganz schön knapp vorbei. Freitag den 20. Juni wollen wir uns wieder treffen – und freuen uns, wenn noch mehr Nachbarn dabei sind!😊
Viele Baustellen in Grenzach-Wyhlen, da kommen Bäume natürlich unter die Räder. Denn trotz Klimawandels und berechtigter Angst vor der Zukunft sind unterirdische Leitungen, Straßen, Häuserund Autos immer noch wichtiger als große schattenspendende Bäume. In der geplanten Neuen Mitte Grenzach wird eine Tiefgarage gebaut. Die Baugrube wird an die sechs etwa 40 jährigen großen Ahornbäume reichen, die daher gefällt werden. Mikroklima? Sucht euch einen anderen Schattenspender. Vielleicht den riesigen Nussbaum an der Rheinstraße südlich der Ritterstraße? Da bestand Hoffnung, dass die neue Umgehungsstraße doch so geplant wurde, dass der alte Riese stehen bleiben kann. Doch so schnell konnte man gar nicht schauen, schon war er gefällt. Mit Genehmigung. Das erschütternde Kommentar eines älteren Mannes war: „Ich ertrag’s nicht mehr!“ Dann eben ein anderer Schattenplatz, die ebenso große Walnuss in der Neuen Mitte Wyhlen. Eine alte Frau, die 53 Jahre gegenüber gewohnt hatte, sagte: „Die Walnuss bleibt. So heißt es doch.“ Aber halt, das neue Haus reicht mit seiner Baugrube direkt an den Baum. Damit wird auch dieser große Baum gefällt werden müssen, da er mit so vielen gekappten Wurzeln nicht mehr standsicher sein wird. Die großen Bäume sorgen für besseres Mikroklima. Wo halten wir uns an heißen Sommertagen auf, unter Bäumen oder in der prallen Sonne? Die drei Beispiele sind längst nicht alle Bäume, die wegen Bauprojekten verschwinden. Es hilft nur eines: In Zukunft beim Planen daran denken, dass der Klimawandel nicht vorbei geht sondern schlimmer wird. Dass große Bäume wichtiger werden als neue Straßen oder Garagen. Wenn es so weiter geht, pilgern wir bald nicht mehr zu Kathedralen oder in Museen, sondern zu den letzten Baumriesen.
Douglas Adams inspirierte uns zur Fasnacht 2024 mit seinem Kultbuch: „Per Anhalter durch die Galaxis“. Eine wenige Wochen vorher vor dem Bau der Umgehungsstraße geretteten Eiche als „Narrenbaum“ in die kleine „Pflanzgrube“ zu stellen. Ohne ausreichenden Wurzelraum kann ein Baum nicht wachsen. Als Bonsai kann ein Baum auch im Topf auf der Fensterbank überleben,,,
Ich musste der Umgehungsstraße weichen, und auch hier habe ich keine Chance ein hohes Alter zu erreichen. Mein Vorgänger wurde wenigstens 10 Jahre alt, mich macht man lange vorher kalt – ich bin eine echter „Narrenbaum“ hier wächst nicht mal im Traum ein Baum!